Historisches


Rittmarshausen soll ursprünglich Bernsrode geheißen haben. Die Stätte dieser einer halben Stunde östlich von unserem Dorfe vor dem Walde gelegenen Wüstung ist noch bekannt. Wo heute Rittmarshausen liegt, stand angeblich in früherer Zeit nur das Haus des RITTMAR. Als dann in Folge einer Überschwemmung die Brunnen in Bernsrode verstopft wurden, so dass im Sommer Wassermangel herrschte, bauten sich die Bewohner nach und nach dem Hause Rittmars an. Geschichte und Sage lassen sich in diesem Falle schwer trennen; aber einen historischen Kern haben die Überlieferungen durch den Mund des Volkes gewöhnlich. Merlan-Stich ca. 1650 Dass die Bewohner des wüsten Dorfes Bernsrode nach Rittmarshausen zogen, steht außer allem Zweifel, da die Eigentümer des "Auf den Kirchhöfen" gelegenen Landes noch im 18. Jahrhundert eine gewisse Abgabe an das Amt Reinhausen (als Nachfolger des früheren Klosters) und an die Kirche in Rittmarshausen zahlten. Die Kirche wurde angeblich als jüngstes Gotteshaus der Gartedörfer aus den Trümmern der Kapelle von Bernsrode erbaut. Anfänglich war sie auch nur eine kleine, der Jungfrau Maria geweihte Kapelle, in der zu Wallfahrtszeiten Messe gelesen und erst seit 1600 alle Sonntage Gottesdienst abgehalten wurde. Die vorhandenen spärlichen urkundlichen Nachrichten entstammen dem 13. und 15. Jahrhundert. 1318 besassen Dietrich von Kerstlingerode und Ehrenfriede von Berlepsch je eine Hälfte des Dorfes Rittmarshausen als Braunschweigisches Lehen. Besser sind wir über die Entstehung des Rittergutes in Rittmarshausen unterrichtet. Freilich reichen hier die Quellen nicht einmal bis ins Mittelalter sondern nur bis zum 16. Jahrhundert. Den Grund zu dem heutigen Gute legten die damaligen Gerichtsherren der 5 Gartedörfer, die von Kerstlingerode, die vorher auf der Burg Niedeck und in den Dörfern Kerstlingerode, Steinheuterode und Reinhausen ihre Behausungen hatten.

verändert nach LÜCKE, H.: An den Ufern der Garte, S. 61ff., Duderstadt, 1927.

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